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Wettbewerbsgefährdung?

Britische Wettbewerbsbehörde äußert Bedenken zu Sonys Übernahme von AWAL

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 10.09.2021

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Britische Wettbewerbsbehörde äußert Bedenken zu Sonys Übernahme von AWAL

Das Sony Headquarter in Tokio. © Shuichi Aizawa auf Flickr / Lizenz: CC BY 2.0

Sony Music muss im UK zur Übernahme von AWAL Stellung nehmen. Die britische Competition & Markets Authority befürchtet, durch die Transaktion könne eine bedeutende Alternative für unabhängige Musikschaffende zu den Majorlabels verloren gehen und sieht den freien Wettbewerb gefährdet.

Im Februar 2021 kündigte Sony Music an, den Label Services-Anbieter AWAL und eine Agentur für Aufführungsrechte von dem Musikunternehmen Kobalt für 430 Millionen Dollar zu übernehmen. Die britische Marktaufsichtsbehörde CMA bewertet die Fusion des Majorlabels mit dem Service-Anbieter jedoch als wettbewerbsrechtlich bedenklich.

CMA droht mit Geschäftsstopp

Im Mai leitete die Aufsichtsbehörde erste Untersuchungen des Sony/AWAL-Deals ein. Am 7. September beschloss die CMA dann, dass die Fusion des Majorlabels mit dem Service-Anbieter eine Gefährdung des Wettbewerbs auf dem Musikmarkt darstellen könnte. 

Darauf muss Sony nun innerhalb von fünf Werktagen mit Vorschlägen zu potentiellen Hilfsmaßnahmen zurückmelden, um die Einleitung der zweiten Untersuchungsphase vorzubeugen. Diese könnte nämlich eine vorläufige Zwangspause für die Geschäfte von Sony Music im Vereinigten Königreich bedeuten.

Konkurrenz vermieden

Die CMA begründet den Entschluss damit, dass AWAL einer der wenigen auf dem Markt etablierten Service-Anbieter abseits der großen Plattenfirmen ist. Angesichts des hohen Unternehmenswachstums hätte AWAL in Zukunft voraussichtlich mit Sony Music in Konkurrenz treten können.

Dementsprechend hätten Kunstschaffende von dem Wettbewerb zwischen Sony und AWAL profitieren können, erklärt die CMA. So hätte die Konkurrenz womöglich bessere Vertragsbedingungen für Künstlerinnen und Künstler hinsichtlich ihres Anteils an den erzielten Einnahmen und der Rechte an ihrer Musik bewirken können.

Sony zeigt sich verblüfft

Auf die Bedenken der Wettbewerbsbehörde reagierte ein Sprecher von Sony überrascht und  kooperationswillig zugleich. Im Namen des Majorlabels bekundete er mit Überzeugung, dass die Transaktion im Gegenteil “wettbewerbsfördernd” sei und AWAL ein erfolgreiches Wachstum als Unternehmen ermögliche:

"Diese Entscheidung der CMA ist verwirrend und basiert auf einem falschen Verständnis der Position von AWAL in Großbritannien. Jede andere Aufsichtsbehörde, die diese Transaktion geprüft hat, hat sich unserer Meinung angeschlossen und sie schnell genehmigt."

Jedoch teilen viele Vertreter der unabhängigen Musikbranche die Befürchtungen der CMA. Nun sei es notwendig, die offizielle Stellungnahme von Sony abzuwarten, kommentierte Paul Pacifico, CEO der Association of Independent Music. Wichtig sei vor allem die Gestaltung eines Marktes mit vielfältigen Möglichkeiten für Musikschaffende und Unternehmen.

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