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Globaler Trend

Steigende Streamingzahlen treiben Wachstum der Musikindustrie

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 14.09.2020

musikmarkt streaming

Steigende Streamingzahlen treiben Wachstum der Musikindustrie

© FirmBee / Pixabay

Die US-amerikanische Musikindustrie erlebt während der Coronakrise ein starkes Wachstum. Hauptsächliche Ursache dafür sind die steigenden Streamingzahlen. Ähnliche Entwicklungen gibt es auch in Deutschland und Spanien.

Trotz (oder wegen) der Coronakrise zeichnet sich in der Musikindustrie ein globaler Wachstumstrend ab: Wie zuvor Deutschland, berichten nun auch Spanien und die USA von einem durch steigende Streaming-Zahlen hervorgerufenen Wachstum.

Streaming fördert Wachstum

Die deutsche Musikindustrie verzeichnete in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 ein Wachstum um 4,8% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Hauptursache dafür ist das Wachstum des Audio-Streamings um 20,7 Prozent.

Die spanische Musikindustrie wuchs um 4 Prozent, obwohl der Branchenverband ProMusicae zuvor befürchtet hatte, dass die Pandemie einen Einbruch von 50 Millionen Euro an Streamingeinnahmen hervorrufen würde.

Diese Annahme erwies sich als falsch, denn die Streamingeinnahmen von abonnierten Streamingdiensten und werbeunterstützten Streamings (wie die kostenlose Spotify-Version) stiegen um 17% bzw. 55%.

Streaming boomt in den USA

In den USA ist eine ähnliche Entwicklung zu beobachten. Der Umsatz des amerikanischen Musikeinzelhandels ist im ersten Halbjahr sogar um 5,6% auf 5,65 Milliarden US-Dollar gestiegen.

Die Einnahmen durch alle Formen des Streamings wuchsen um 510 Millionen US-Dollar auf 4,8 Milliarden US-Dollar (12%). Wenn der Anstieg im zweiten Halbjahr ähnlich ausfällt, könnte Streaming eine Milliarde Dollar mehr Einnahmen generieren als im Jahr 2019. 

So gut diese Zahlen auch klingen mögen, die fehlenden Einnahmen des Livegeschäfts können dadurch allerdings auf keinen Fall kompensiert werden.

Einbruch der physischen Tonträgerverkäufe

Direkt beeinflusst durch die Coronakrise zeigen sich die Verkäufe physischer Tonträger in den USA: Die Verkaufszahlen fielen um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Deutlich zu erkennen ist außerdem der Einfluss der Ladenschließungen im zweiten Quartal, da sich im Vergleich zu den Quartalszahlen des Vorjahrs ein starker Rückgang erkennen lässt.

"Die Menschen lieben Musik"

Der Vorstand der RIAA (Recording Industry Association of America) Mitch Glazier sagt: "Dies sind historisch schwierige Zeiten: der Live-Musik Sektor ist lahmgelegt, Studioaufnahmen nur geringfügig möglich und Millionen von Amerikanern sind arbeitslos."

Es sei zwar schön zu sehen, dass sich die harte Arbeit der Branche in Hinblick auf Streamingangebote ausgezahlt und ein Wachstum der Abonnentenzahlen hervorgerufen habe, aber dennoch müsse man weiter daran arbeiten, ein nachhaltiges, gesundes Ökosystem der Musik für Künstler und Fans zu schaffen ("to achieve a sustainably healthy music ecosystem for both music creators and fans").

Gleichzeitig gehe es darum, die Live-Musikbranche aufrecht zu erhalten und für die faire Bezahlung für Musik auf allen digitalen Plattformen zu kämpfen. Einen Hoffnungsschimmer sieht er aber dabei: "Trotz aller Herausforderungen, die die Pandemie mit sich bringt, hat sich eine Sache offensichtlich nicht verändert: die Fans lieben Musik immer noch."

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