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Threatin sucht neue Mitglieder – geht es trotz Gerichtsprozess weiter?

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 15.05.2019

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Threatin sucht neue Mitglieder – geht es trotz Gerichtsprozess weiter?

Jared Threatin im Musikvideo zu "Identity". © Jared Threatin (via YouTube)

Der Gitarrist und der Drummer der Band Threatin verklagten Jered Eames, deren Frontmann und einziges konstantes Mitglied, nachdem bekannt wurde, dass dieser eine komplette Europatour erschwindelt hatte. Das Gericht gab den Klägern recht – Eames lässt sich dadurch jedoch scheinbar nicht beeindrucken.

Die Story rund um Jered "Threatin" Eames, seine Band und deren Europa-Tour gehörte wohl zu den unglaublichsten Meldungen 2018.

Mit einer Fake-Fanbase, gefälschten Live-Videos, frisierten Vorverkaufszahlen und einer fiktiven Booking-Agentur hatte Eames Venues in ganz Europa Popularität vorgegaukelt und es so geschafft, eine vollständige Tour zu buchen – zu der dann allerdings niemand kam, da die Band eigentlich vollkommen unbekannt war. 

Vor Gericht

So weit, so amüsant. Das Nachspiel der Tour war jedoch weniger erfreulich: Gitarrist Joe Prunera und Schlagzeuger Dane Davis, die Eames für die Konzerte in Europa angeworben hatte, stiegen nach Bekanntwerden der Betrugsmasche des Frontmanns sofort aus und verklagten Jered und dessen Frau Kelsey, die ihn unterstützt haben soll, auf Schadensersatz.

Prunera und Davis forderten die Kostenerstattung für die Rückflüge von England (wo die Tour platzte) in ihre Heimat, Lebensunterhalt während der Zeit on tour, ihre nicht gezahlten Honorare sowie das ausstehende Equipment ein.

Hohe Kosten

Auch Dane Davis Mutter Debra beteiligte sich an dem Prozess: Sie forderte die Kosten für das Flugticket zurück in die USA ein, das sie ihrem Sohn leihen musste. Außerdem verlangte sie die Kosten für ihren eigenen Flug nach Irland zurück – sie hatte die Tour ihres Sohnes dort besuchen wollen.

Das Gericht entschied zu Gunsten der Klagenden: Debra Davis wurden gut 4.000 Dollar zugesprochen, ebenso ihrem Sohn Dane. Prunera wurden insgesamt 10.000 Dollar zugesprochen.

Weiterhin wurde ein Strafgeld gegen Jered Eames und seine Ehefrau erlassen, da diese nicht vor Gericht auftauchten. Bereits im Vorfeld hatte sich jegliche Kontaktaufnahme mit dem Paar als erfolglos erwiesen – um den Forderungen der Klagenden zu erfüllen, müssen die Konten des Eames-Ehepaares eingefroren oder deren Lohn gepfändet werden. 

Rockstar-Attitüde?

Eames – und mutmaßlich auch seiner Frau – scheint der Prozess verhältnismässig egal zu sein. So kümmert sich Jered derweil um die Zukunft seiner zweifelhaften Rockstar-Karriere. Auf Instagram sucht er einen Gitarristen für eine neue UK-Tour im November:

Was kann da schon schiefgehen? wink

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